Pflegeversicherung
In Deutschland sind über 5 Millionen Menschen pflegebedürftig — Tendenz stark steigend. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur rund 50 Prozent der tatsächlichen Pflegekosten. Die sogenannte Pflegelücke beträgt bei stationärer Pflege im Durchschnitt über 2.000 Euro pro Monat, die aus eigener Tasche oder vom Vermögen der Angehörigen bezahlt werden müssen.
Die Pflegelücke schließen
Die private Pflegezusatzversicherung ist eine Personenversicherung, die die Differenz zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten ganz oder teilweise schließt. Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde als Teilkaskoversicherung konzipiert — sie war nie darauf ausgelegt, die gesamten Pflegekosten zu übernehmen. Ein Pflegeheimplatz in NRW kostet im Durchschnitt 4.500 bis 5.500 Euro pro Monat; die gesetzliche Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad 5 maximal 2.005 Euro monatlich.
Wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht reichen, werden seit der Gesetzesänderung 2020 die Kinder erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro zum Elternunterhalt herangezogen. Trotzdem: Wer im Alter nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein möchte, sollte privat vorsorgen. Alfred Lohmann, freier Versicherungsmakler in Arnsberg (Hochsauerlandkreis, NRW), berät dich zu den verschiedenen Absicherungsvarianten.
Es gibt drei Formen der privaten Pflegevorsorge: Das Pflegetagegeld zahlt einen festen täglichen Betrag pro Pflegegrad und lässt sich frei verwenden. Die Pflegekostenversicherung erstattet nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag. Die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung bietet eine Zulage von 5 Euro pro Monat, hat aber oft eingeschränkte Leistungen. Je früher du abschließt, desto günstiger ist der Beitrag — und desto geringer die Gefahr, wegen Vorerkrankungen abgelehnt zu werden.
Pflegeversicherung in 2 Minuten vergleichen
Aktuelle Tarife auf einen Blick — kostenlos, unverbindlich, Ergebnis sofort online. Du wählst, ich begleite.
Vergleich startenSchließ eine Pflegezusatzversicherung möglichst vor dem 50. Lebensjahr ab. Danach steigen die Beiträge deutlich, und Vorerkrankungen können den Abschluss erschweren oder verteuern. Ein Pflegetagegeld von 1.500 Euro für Pflegegrad 5 kostet einen 35-Jährigen oft nur 30 bis 50 Euro pro Monat.
Häufige Fragen zur Pflegeversicherung
Wie groß ist die Pflegelücke wirklich?
Die Pflegelücke bei stationärer Pflege in NRW beträgt im Durchschnitt über 2.000 Euro pro Monat. Das ist der Betrag, den Pflegebedürftige selbst tragen müssen — für Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und den Eigenanteil an den Pflegekosten. Bei ambulanter Pflege ist die Lücke kleiner, kann aber durch den Verdienstausfall pflegender Angehöriger deutlich größer ausfallen als gedacht.
Müssen meine Kinder für meine Pflege zahlen?
Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz von 2020 werden Kinder erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro pro Jahr zum Elternunterhalt herangezogen. Das entlastet viele Familien. Allerdings: Wenn das eigene Vermögen aufgebraucht ist und die Kinder nicht unterhaltspflichtig sind, springt das Sozialamt ein — und der Pflegebedürftige lebt dann auf Sozialhilfeniveau.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegetagegeld und Pflegekostenversicherung?
Das Pflegetagegeld zahlt einen festen täglichen Betrag je Pflegegrad — frei und ungebunden davon, wofür du das Geld verwendest. Es eignet sich besonders für häusliche Pflege, weil du das Geld auch an pflegende Angehörige weitergeben kannst. Die Pflegekostenversicherung erstattet dagegen nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag. Sie ist an tatsächliche Ausgaben gebunden und eignet sich vor allem für stationäre Pflege.
Ab welchem Alter sollte ich eine Pflegezusatzversicherung abschließen?
Idealerweise zwischen 30 und 45 Jahren. In diesem Alter sind die Beiträge noch günstig und die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen gering. Ab 50 Jahren steigen die Beiträge deutlich, ab 60 Jahren wird es oft schwierig und teuer. Allerdings ist es besser, spät abzuschließen als gar nicht — selbst mit 55 Jahren kann eine Pflegezusatz noch sinnvoll und bezahlbar sein.